Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. „Seelsorge“ ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines „salbungsvollen Gutmenschen“ eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge „Vollzugsstörer“ oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des „Fachdienstes Seelsorge“ in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

7. August 2022
Glinka: „Jesus hat den ganzen Menschen gesehen“
Alexander Glinka ist Gefängnisseelsorger in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Dortmund. Was die Menschen, die Hilfe bei ihm suchen, getan haben, möchte der studierte Theologe gar nicht wissen. Er konzentriert sich auf die Person selbst und begleitet sie ein Stück auf ihrem Weg. GefängnisseelsorgerInnen gehören zu den Schlüsselträgern. […]
15. Januar 2019
Perspektive: Als SeelsorgerIn im Knast arbeiten
Eine Gruppe von jungen TheologInnen werden als so genannte Trainees im Erzbistum Paderborn eingesetzt. Sie arbeiten in der Bildungseinrichtung „Kommende“ in Dortmund, in der katholischen Erwachsenen- und Familienbildung (kefb) in Paderborn sowie in der Justizvollzugsanstalt Werl und im Klinikum Lippe. Trainees haben seit Herbst 2017 im […]
28. November 2020
Vor 30 Jahren: Ein Kölner Gefängnispfarrer entlassen
Historie: Vor 30 Jahren führen GefängnisseelsorgerInnen –  wie es zu ihrem Dienst gehört – Gespräche mit Inhaftierten der terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) in der JVA Köln-Ossendorf und Stuttgart-Stammheim. Einem Kölner Gefängnisseelsorger wird dies zum Verhängnis. Ein Ermittlungsverfahren gegen den Geistlichen wurde durch den Generalbundesanwalt […]
4. März 2019
Haben sie Dich wieder aus dem Knast rausgelassen?
Die Liste der Wortwitze wird lange, wenn man mit der Arbeit im Gefängnis zu tun bekommt. „Fährst du wieder ein?“, „Was hast du denn angestellt?“, „Haben sie dich wieder raus gelassen?“. Das verhaltene, etwas verlegene Kichern, das oft auf einen dieser Sätze folgt, macht mir immer wieder […]
12. März 2024
Theologe Karl Rahner 1961 zu „Christus in den Gefangenen“
Zur 50. Fachtagung von „Kirche im Justizvollzug“ mit NeueinsteigerInnen im Tagungshaus in Wiesbaden-Naurod zitiert der Gefängnisseelsorger Michael Kullinat von der JVA Schwalmstadt einen großen Theologen des 20. Jahrhunderts: Karl Rahner. Hintergrund ist die Frage der Rolle des/der GefängnisseelsorgerIn im Vollzug. Im Grunde hat sich in all […]
6. Mai 2025
Schicksalsort Gefängnis in der NS-Zeit am Beispiel Bochum
Die Entdeckung des Themas der „politischen“ Gefangenen in den beiden Bochumer Justizgefängnissen zur Zeit der NS-Diktatur ist für Alfons Zimmer mit starker persönlicher Erschütterung verbunden. Die „Krümmede“ war sein Arbeitsplatz. Als er im Sommer 2013 erste Hinweise auf „nicht-kriminelle“ Inhaftierte im damaligen Strafgefängnis erhielt, war er […]
Knastschlüssel